
Es war einmal ein Königskind,
Das war, wie Königskinder sind.
Es hatte Krönlein und ein Kleid von Samt
Und auch sonst so allerhand.
Es hatte langes, goldnes Haar,
Das einzige, was fehlte: die Mama!
Auf dem elterlichen Throne nämlich
War es nur herrlich, keine Spur von dämlich.
Zu zweien warn die Eltern zwar
Doch es war ein Homo-Königspaar!
Eines Tags das Töchterlein
Fragte sich, welch Löchelein
Ihr nun die
Veröffentlicht von Jens Peter Gust
am28. Sep 2009
Der Pfaff, der sie traute vor dutzendein Jahr,
Begrub sie nun gesalbt und geweiht
Im Kirchhof, und niemandes Auge sah
Sein dunkles Herz, das niemals verzeiht.
Am selben Abend noch, meßweinberauscht,
Ersoff er im Weihwasserbecken,
Die Kutte gegen Lack und Leder getauscht
Um achtjähriges Fleisch des Dieners zu decken.
Der Knabe, der floh, nachdem er den Paster
Erleichtert hatte sterbend erblickt,
Geriet auf der Straße unter
Veröffentlicht von Jens Peter Gust
am27. Sep 2009
Tausend trübe Arschgesichter
im Massengrabe dieser Stadt
blenden mich wie Scheißhauslichter
in ihrem morgendlichen Trab.
Noch zerschunden von der Branntweinflasche
seh´ ich kein Geheimnis drin,
daß ich selber nur der lasche
Durchschnitt dieser Ärsche bin.
So will ich einfach weitertrinken
In diesem elend´ Mittelmaß;
Wenn ich schon darin versinke,
dann nicht ohne ´n bisschen
Veröffentlicht von Jens Peter Gust
am27. Sep 2009

Das Nashorn ist ein nettes Tier
lebt gerne Nachts mit kaum Spalier.
Friedlich! munkelt man allgemein
lässt man es nur mit sich allein.
Ja Himmel, was soll das denn heißen!
Soll sich’s selbst das Horn abbeißen?
Wen soll das Nashorn denn bekämpfen
allein mit sich und Wadenkrämpfen?
Kommt ihm aber Wer vor’s Horn
dem Gnade Gott, er ist verlor’n.
Da überkommt es den Koloss
das Schweino im Rhinozeros.
Seit ihr
Veröffentlicht von Molly
am11. Aug 2009