Veröffentlicht von form am18. Aug 2009
Gutmenschlichkeit
Mit dem Begriff “Gutmensch” werden bisher meist allerlei Leute bedacht, denen eine naive Weltsicht unterstellt wird. Wer nicht glaubt, dass sich Probleme mit Gewalt lösen lassen, ist ein Gutmensch. Also ein Depp.
Wer meint, dass sich Leute nicht aus angeborenem Hass gewalttätiger Mittel bedienen, ist ein Gutmensch. Wer sich traut, zuzugeben, die Welt explizit verbessern zu wollen, ist ein Gutmensch. Wer nicht sofort davon ausgeht, dass die Welt untergeht, weil xy, ist ein Gutmensch.
Wer hin und wieder auch mal langsam tut mit dem Fallbeil der Urteile, ist ein Gutmensch.
Als gäbe es nicht auch manchmal Gründe für bestimmte Sachverhalte. Als würden menschliche Entscheidungen vom Himmel fallen.
Personen, die diesen Begriff benutzen und damit eindeutig sagen, dass es lächerlich, schlecht fürs Image und ingesamt schlecht ist, sich auf die gute Seite der Macht zu stellen, ziehen es meist sogar vor, nicht mal für das Schlechte zu sein. Sondern für gar nichts. Bevor man sich in Widersprüche verwickelt, die man ständig bei den anderen entdeckt und hämisch herumzeigt, hat man lieber gar keine Meinung. Als wäre das größte Problem dieser Welt nicht ihr Zustand, sondern Leute, die etwas daran ändern wollen. Und das auch tun.
Es geht mir dermaßen unfassbar auf den Sack, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der es allen Ernstes als Beleidigung aufzufassen ist, wenn man als guter Mensch bezeichnet wird. Wegen der Ironie. Uuuh!
Welch eine Beleidigung für die Ironie, die so vergewaltigt wird. Ironie macht nur Spaß, wenn sie nicht die einzige Kommunikationsform ist. Es ist bisweilen grotesk, wie viel Angst vor einer wirklichen Position aus all den tausenden Ironikern schreit.
Sogar diejenigen, die sich selbst auf der guten Seite wähnen, trauen sich ja oft nicht mal, ernsthaft zu sagen, was sie wollen. Im Leben, in der Welt und sonst so. Weil es lächerlich klingt.
Der Gutmensch nach unserer Auffassung traut sich, Dinge ernst zu meinen. Wieso soll man denn immer so defensiv an seine Weltanschauung herangehen? Wieso sollen die Arschlöcher voller Stolz herausposaunen können, was immer ihnen gerade einfällt, während die Gutmenschen aus Angst, ausgelacht zu werden, ihre Ziele, Träume und Einstellungen im stillen Kämmerlein auf einen kleinen Zettel schreiben?
Auch wenn sich große Teile der Menschheit aufgeklärt wähnen, sind fast überall große Menschenmassen noch entweder homophob oder nationalistisch im Trennungs- und Überlegenheitssinn, rassistisch, sexistisch oder gerechtigkeitsfeindlich. Oder insgesamt dumm. Das muss man aber gar nicht sein, weder das eigenen Leben noch das von als “andere” deklarierten Menschen wird dadurch besser. Im Gegenteil, Menschen werden ausgegrenzt, beleidigt, wenn nicht sogar getötet, weil sie abweichen und damit offenbar Angstreflexe auslösen. Dagegen kann man etwas tun, also tun wir es.
Gutmenschen müssen sehr egalitär sein. Ein Leben ist etwas wert und man sollte nicht zuerst schauen, welche Nationalität zivile Opfer eines bewaffneten Konfliktes haben um sich für oder gegen Empörung zu entscheiden. Eine sehr einfache Annahme, möchte man meinen. Der kategorische Imperativ ist aber auch sehr einfach, umgesetzt wird er dennoch nur von grob geschätzten 15% der Leute.
Wenn man zwar für die Rechte Homosexueller kämpft, aber gleichzeitig ziemlich rassistisch ist (”Araber sind so und so…”), ist man dann besser? Zivilcourage ist natürlich etwas Feines, aber sie soll allen Menschen zugute kommen und nicht nur weißen Familienvätern mit Festanstellung, wie die BILD offenbar meint.
Die Gutmenschlichkeit vereint ganz simpel all diese Kämpfe für das Gute in dem Ziel. Nicht die Ablehnung von schlechten Dingen (rassistische, sexistische und sonstwasistische Einstellungen) ist Sinn und Zweck und Ziel der Gutmenschlichkeit, sondern eine Welt, in der jeder Mensch ein freies Lebewesen sein kann, ohne sich ständig für sein Dasein zu rechtfertigen. Dass man dabei natürlich auch allerlei negatives Gedankengut ablehnen muss, ist selbstverständlich. Im Fokus ist aber die bessere Welt und vor allem ist die Gutmenschlichkeit radikal ganzheitlich.
Jeder kann ein Gutmensch sein. Dazu muss man nicht Marx gelesen haben, man kann das aber sehr wohl tun. Entscheidend ist, wie gehandelt wird. Das heißt mitnichten, dass man nicht auch äußerst bestimmt und bisweilen aggressiv auftreten darf. Die Aggression muss nur einen Zweck haben und sollte sich nicht darauf beschränken, irgendwelche Leute oder am besten noch eigentlich neutrale Personengruppen (Vorarlberger Linkshänder z. B.) persönlich zu beleidigen. Hier sei beispielsweise auf die arrogante Dialektfeindlichkeit mancher selbsternannter Intellektueller hingewiesen.
Die Gutmenschlichkeit hat den Vorteil, dass sie nicht exklusiv ist. Manche Weltverbesserungsgruppierungen haben einen sehr ausschließenden Anspruch, der leider letzten Endes eher nicht so konstruktiv ist. Ist ja schön und gut, die Welt als absolut dunklen Ort und Vergegenständlichung abgrundtiefer Horrorvisionen zu sehen. Ist auch total intellektuell und kritisch und so. Das Problem ist nur, dass diese Erkenntnis allein eben überhaupt nichts ändert. Man sollte vielleicht auch etwas tun, wenn man schon erkennt, wie schlimm es teilweise um die Menschheit bestellt ist. Tut man das nicht, hat man nicht auch nur ein einziges Recht, noch jemals wieder irgendein Urteil abzugeben.
Es ist nicht schwer, die Welt zu verändern. Jeder Mensch ist Teil dieser Welt. Und wenn man sich selbst ändert, hat man auch schon etwas für die Welt getan, also was soll das? Das sollte nicht alles bleiben, aber ganz besonders Radikale, die in ihrer Radikalität dann gar nichts erreichen, sollten nicht arrogant auf die herabschauen, die lieber erst mal zehn Leute dazu bringen wollen, den Stromanbieter zu wechseln. Wenn sie das schaffen, haben sie mehr erreicht als jemand, der daran scheitert, bei Microsoft den Kommunismus einzuführen. Radikale können natürlich trotzdem Gutmenschen sein, es soll sich nur niemand auf irgendetwas irgendetwas einbilden. Wichtig ist der Umgang mit anderen Menschen genauso wie der mit dem Rest der Welt.
All das könnte man auch unter dem gesunden Menschenverstand abhaken. Natürlich. Am Ende ist es auch nicht primär wichtig, wie man es nennt, sondern dass man Gutes tut. Und dass man sich dafür verfickt nochmal nicht entschuldigt. Was im Einzelnen gut ist, kann man nie vorher sagen. Aber hier soll darüber diskutiert werden. Macht mit!





[...] Mir persönlich klingt das zwar einen Tick zu hippiesk, generell halte ich die Idee aber für unterstützenswert. Wer bei Ficko mitmachen will ist von der Redaktion herzlich eingeladen. [...]
Super sache macht weiter so jungs!
.. und Mädels!
ich bin jetzt schon ein fan. dieser zeitung. meld mich.
also kann man sagen, das es die einzige vorraussetzung hier mitzumachen ist, bauchlinks zu sein, oder?!
So “politisch” würde ich es gar nicht ausdrücken, weil ich nicht genau weiß, wie denn bauchlinks definiert ist. Die Gutmenschlichkeit versucht, nicht alles in rechts und links einzuteilen, da meiner Meinung nach das nicht immer passt. Nichts ist per se gut oder schlecht, bloß weil es links/rechts ist. Ich kann mit elitären Arschlochlinken, die zwar für Unterdrückte in Nicaragua sind, aber jedem, der eine andere Meinung hat, die Fresse polieren wollen, auch nichts anfangen. Aber nach klassischer Aufteilung ist die Gutmenschlichkeit natürlich schon eher links, ja. Nur ohne die totalitäre Gesprächskultur, die in manchen linken Kreisen herrscht. Und z. B. mit einem Bezug zur Realität bzw. dem Versuch, hochtrabende Theorien auch mal konkret zu verwirklichen. Und zwar auch mit den Sitznachbarn in der S-Bahn.
Auch denke ich, dass es ziemlich hinderlich ist, Leute, die sich konservativ nennen, deswegen schon auszuschließen, wie das manche Linke tun. Wichtig ist, wie man sich im konkreten Fall verhält. Und da sind mir unpolitische Menschen, die aber im Zweifelsfall auch mal eingreifen, lieber als große Theoretiker, die in der Umsetzung ihrer hehren Ziele regelmäßig versagen.
bauchlinks bedeutet, ich sage krieg und folter sind weil sie andern weh tun, es geht über bauchgefühl anerzogenen gerechtigkeitssinn.
das kapitalismus scheisse ist läuft nicht über verstand und aufklärung sondern weil man betroffen ist. du tust ihm weh, das is aber gemein.
bauchlinke sind meistens antiimperialistisch eingestellt.
reggae fatzken (bob marley und co transportieren ja genau dieses plakative nicht-theorie bewusstsein) skapunk hörer, mestizopatchanka affiniciados.
gutmensch zu sein bedeutet doch auch anderen moralisch überlegen zu sein, die wahrheit gepachtet und völlig unangreifbar.
ich weiss nich was das alles bedeuten soll hier ich bin lieber kommunist antideutsch und scheiss auf ethikunterricht egal in welchem alter.
der weg über den bauch ist für mich abgelaufen.schwanger will ich auch nich mehr werden!
bauchlinks ist nur sozialdarwinismus von andersrum.
ein bisschen durcheinander und auf der suche seit ihr schon, wa?!
Ja, wir suchen noch, Autoren und Mitstreiter. Durcheinander sind wir auch, zum Glück. Gapachtet haben wir nichts, schon garnicht die Wahrheit. Naja, ein bisschen Webspace vielleicht. Angreifbar sind wir, dafür gibts ja Kommentarfelder. Ethikunterricht gibts hier nicht, kann aber eigentlich nie schaden. Reggae mag ich! Sozialdarwinismus von andersrum versteh ich nicht. Bauchlinks klingt mir zu bedeutungsschwanger.
“bauchlinks ist nur sozialdarwinismus von andersrum.”soll heissen während sozialdarwinisten sagen es gibt menschen die sind mehr wert und manche weniger, von weiss welch vom himmel hergeholten theorien, bestimmt nicht auf vernunftbasis basierend, so sagen bauchlinke “we are one family” und alle menschen sind gleich, basierend auf vom himmel hergeholten theorien, und einfach weils das gefühl sagt, oder mama auch früher in ihrer jugend indianer toll fand, und auf die idee gekommen ist, das man geld nicht essen kann.
natürlich sind alle menschen gleich das soll aber einen doch nicht nur ein gefühl sagen.
es wäre doch aber schöner aus theoriebegeisterung bestimmte verhältnisse zu kritisieren und aus vernunft und auch ein bisschen intellektualismus heraus zu argumentieren.
was klingt an “bauchlinks” bedeutungschwanger”. das versteh ich wiederum nicht.
meinst du nicht, das es schon zu falschen schlüssen führen kann, wenn man einfach nur sagt bush ist doof und der satan weil er einen angriffskrieg durchführt, wo man doch auch darauf kommen kann das es auch andere gründe haben kann als hegemonialbestrebungen wenn man sich mit der materie ein bisschen mehr als mit nur taz und naomi klein lesen, auseinandersetzen.
bei wem kann man eigentlich glänzen wenn man erwähnen würde das man bei ficko schreibt.
mal sehen was ihr zur idee der aufklärung beitragt
ich guck mir das mal weiter an, hab ja sonst nichts zu tun.
cee yo
[die Kommentarfunktion unter "Konzept" war aus Versehen offen, diskutiert werden soll nur unter "Gutmenschlichkeit]
Hallo Börbel.
1. Spar dir mal den belehrenden Ton. Dass ich ganz normal und freundlich antworte, heißt nicht, dass du arrogant werden musst. Du darfst dich ja gern “mit der Materie ein bisschen mehr auseinandersetzen”. Erzähl dann aber bitte nicht mir, ich würde tun, als hätte ich die Wahrheit gepachtet.
2. Du bist der einzige, der von Theorieferne redet. Und du kritisierst Bauchlinke. Sag das doch denen, ich habe doch extra gesagt, dass ich uns nicht bauchlinks sehe.
3. Was du unter Gutmenschlichkeit verstehst, unterscheidet sich von dem, was wir unter Gutmenschlichkeit verstehen. Lies dir das doch nochmal durch. Damit du vielleicht eher verstehst, was ich meine: Wir drücken Reset und füllen den Gutmenschlichkeitsbegriff mit neuem Inhalt. Siehe obiger Artikel.
4. Das dümmliche Linkenspiel Antideutsche vs. Antiimps könnt ihr unter euch ausmachen, mir geht es extrem am Arsch vorbei. Antiimps finden es toll, wenn iranische Demonstranten abgeschlachtet werden (weil ja “der Iran” gegen “die USA” ist), Antideutsche finden es toll, wenn Palästinenser abgeschlachtet werden (wg. Holocaust).
) bringt niemandem etwas. Mir ist es egal, wie sich jemand einschätzt, wichtig ist, wie gehandelt wird. Und Diskutieren ist auch Handeln.
Diese extrem erkenntnisgewinnfeindliche Einteilung der Weltanschauungen in richtig (je nachdem, auf welcher Seite man sich verortet) und falsch bzw. Freund und Feind (Schmitt, da hast du Theorie
5. Die Emotionsfeindlichkeit vieler Linken trägt meiner Meinung nach stark dazu bei, dass sie wenig erreichen und die oft guten Argumente nicht wahrgenommen werden, weil natürlich der Feind zuerst auf den offensichtlichsten Schwachstellen rumhackt. Mitleid ist keine Schwäche, Freundlichkeit ist keine Schwäche, ein Herz zu haben ist keine Schwäche. Dass man seinen Verstand auch benutzen sollte, ist klar.
Die Gutmenschlichkeit ist nicht antiintellektuell. Sie ist nur antidummschwätzig.
Trotzdem Peace. Aber ich bitte um eine angenehmere Gesprächsatmosphäre.
Hallo,
ich bin neu hier und irgendwie verwirrt. Ist diese Seite ernst gemeint
oder einfach nur Trash? Das Design und manche Beiträge zeugen doch von
Ernsthaftigkeit und Professionalität, während die “Konzeption” und die
“Theorie” der Gutmenschlichkeit, sowie die Antworten auf Kommentare eher
auf ein Schülerprojekt schließen lassen. Mal abgesehen von dem
merkwürdigen Schreibstil, kann der Inhalt wohl kaum ernst gemeint sein.
Nach dem Motto “Kraftausdrücke unterstützen jedes Argument”, werden
Ansichten darüber verbreitet, was sich gehört und was nicht. (”…diese
unsäglichen, dauerironischen, abgehobenen, unsympathischen Arschlöcher…”)
“Diese extrem erkenntnisgewinnfeindliche Einteilung der Weltanschauungen
in richtig (je nachdem, auf welcher Seite man sich verortet) und falsch
bzw. Freund und Feind […] bringt niemandem etwas.” (Kommentar von form)
Wer schreibt denn schon in der Titelunterschrift “Für gute Sachen. Und gegen schlechte.”?
“Was im Einzelfall als gut und befürwortet bzw. schlecht ist und
bekämpft wird, entscheidet die Redaktion” (Zitat aus Konzept)
Ist das aus “Der Stürmer”?
Es zeugt schon von enormer Arroganz zu glauben, das
Maß aller Dinge zu sein, Gut und Böse unterscheiden zu können und dabei
auf der guten Seite zu stehen.
Ihr seid also nicht so “pseudoobjektiv”, wie die seriösen Zeitschriften?
Heißt wohl, ihr versucht erst gar nicht objektiv zu sein. Indem ihr von
Anfang an zugebt subjektiv zu sein und nur zu veröffentlichen, was zu
eurer Meinung passt, seid ihr moralisch natürlich viel besser, als die,
die sich um Objektivität bemühen.
Schonmal Definitionen von “Gutmensch” gelesen (Duden, Wikipedia …)?
Gemeint sind Menschen die sich durch fehlgeleitetes und zweifelhaftes
Verhalten aufgrund von Subjektivität und einseitiger Problembetrachtung,
sowie Unkenntnis der Faktenlage auszeichnen.
Seit wann ist “guter Mensch” denn eine Beleidigung? Guter Mensch und
Gutmensch haben unterschiedliche Bedeutungen. Ihr könnt nicht einfach
einem Begriff eine neue Bedeutung geben. Das ist so sinnvoll, wie ein MP3-Player mit vertauschtem Play- und Stop- Symbolen. Wozu die Verwirrung?
“Wenn man für die Rechte von Homosexuellen kämpft, aber gleichzeitig
ziemlich rassistisch ist…” (Zitat von Form) Genau solche Leute bezeichnet man allgemein
als Gutmenschen! “Radikale, die in ihrer Radikalität dann gar nichts
erreichen” (ebd.) Auch Gutmenschen. Nicht authentisch, möchtegernmoralisch,
subjektiv und realitätsfern. Davon wollt ihr euch doch distanzieren,
wenn ich das richtig verstanden habe. Aber irgendwie passt es auch.
Herzlichen Glückwunsch: Ihr seid wahre Gutmenschen!
P.S.: Ohne das ideologische Konstrukt, wäre die schicke Seite eine tolle Sache!
herr form, ich habe nicht sie persönlich angesprochen oder gemeint!
antideutsche finden es geil wenn die barbaren den löffel abgeben, nicht wenn palästinenser oder sonstige menschen abgeschlachtet werden.
wenn ich mich jetz selber als nationalsozialist und antisemit (gibs ja gar nich, holocaust wird doch geleugnet!) definiere, wär dir das egal, auch wenn ich nicht handeln oder vielmehr nicht konsequent danach handeln würde?
mit son menschen würd ich nicht diskutieren wollen.
irgendwo hört toleranz doch auch auf oder?
ich meine mit bauchlinks immer noch das nicht vernunft regiert sondern ein vages gefühl für ungerechtigkeit.
das hat noch lange nichts mit emotionsfeindlichkeit zu tun. aggressionen gegenüber gewissen kräften ist nur gesund.
und gegen “bauchlinks” hippietum” und “gutmenschentum (in der herkömmlichen definition) hab ich ganz schön viel. diese leute werden die ersten sein die mit barbaren und oppurtunisten räsonieren werden. und das ist traurig.
lass dich von meinem ton nicht provozieren. is nicht so gemeint wies aussehen könnte.
sehr persönlich is das hier ja eh nich, deswegen braucht man sich auch nich auf den schlips getreten fühln.
Hallo Sebastian!
Du hast teilweise Recht. Vielleicht solltest du aber dennoch lesen, was ich als Antwort auf Börbel schrub: “Wir drücken Reset und füllen den Gutmenschlichkeitsbegriff mit neuem Inhalt.” Du kannst auch den deutschen Wikipediaeintrag von Juden von 1944, den von Homosexuellen 1968, den von sonstwelchen sonstwann nachschlagen. Begriffsbedeutungen unterliegen einem Wandel. Wir wollen dazu beitragen.
Dass sich dabei Dinge widersprechen, ist nicht schlimm. Überall widersprechen sich Sachverhalte. Der Grundwiderspruch der Selbsterhebung in Urteilen über Handlungen anderer Menschen mit der Forderung von völliger Gleichheit ist von mir noch nicht wirklich gelöst. Vielleicht hast du ja einen konstruktiven Vorschlag, wie das ginge. Unsere Gutmenschlichkeit versteht sich eindeutig als aktiv. Nicht der herkömmliche Gutmensch, der Reden schwingt, aber dann viel zu sanft oder feige ist. Sondern ruhig auch mal rein ins Getümmel. Dass dabei Widersprüche entstehen, ist klar.
Mit dem Hinweis auf unsere Subjektivität wollen wir z. B. vermeiden, dass unsere Sicht als völlig objektiv wahrgenommen wird. Objektivität in politischen, künstlerischen und vielen anderen Aspekten ist eine rechthaberische Konstruktion, deren Jagd wir gern anderen überlassen wollen. Wo ist dabei das Problem?
Im Gegensatz zu den meisten “seriösen” Medien bekennen wir uns nur zur Meinungsmache und tun nicht scheinheilig, als würden wir nur die Fakten völlig objektiv präsentieren. Wir gehen ja dennoch argumentativ vor und wer andere Argumente hat, darf uns diese mitteilen.
Und was die Arroganz angeht: Ja. Auf Grund der allgemein in rauen Mengen vorhandenen Dummheit muss man bisweilen arrogant sein, um sich selbst zu schützen. Diese Arroganz tritt aber nicht präventiv auf, sondern nur im Kampf. “Um sanft, tolerant, weise und vernünftig zu sein, muss man über eine gehörige Portion Härte verfügen” (Peter Ustinov).
Dass eine Redaktion über die Veröffentlichung von Inhalten entscheidet, ist übrigens historisch gesehen nicht unbedingt die Spezialität vom Stürmer. Schlag mal nach unter “Redigieren”.
Das Lob an den Layoutchef kommt bestimmt an. Glück auf!
@ Börbel: Ok, was die Betonung von tatsächlichen Handlungen angeht, habe ich vor allem die gemeint, die sich auf meiner Seite wähnen, aber in konkreten Situationen doch nie mit Rückgrat handeln. Deshalb auch “Diskutieren ist auch Handeln”, natürlich sollte man auch gutmenschliche Einstellungen haben, das ist die Voraussetzung. Nur reicht das nicht, man muss auch danach handeln.
Gutmenschen in der “herkömmlichen” Form finde ich auch nicht cool. Die Mehrheit derjenigen, die aber das Wort gebrauchen, meinen es als Beleidigung für alle, die etwas gegen Arschlöcher haben/das Gute wollen und etwas dafür tun/Antirassisten/Feministen etc.
Ich habe vorher auf der Buchmesse mit Leuten von der Jungen Freiheit zu diskutieren versucht. Du kannst dir vorstellen, wo das endet.
Gutmenschlichkeit soll nicht verduckt daherkommen, sondern selbstbewusst auftreten. Die Kügeren geben nicht mehr nach, sondern vor.
Hallo form!
„Du hast teilweise Recht. Vielleicht solltest du aber dennoch lesen, was ich als Antwort auf Börbel schrub: “Wir drücken Reset und füllen den Gutmenschlichkeitsbegriff mit neuem Inhalt.”
Hab ich gelesen, beantwortet aber nicht die Frage: Wozu? Begriffe wandeln sich definitiv, aber nicht weil es eine kleine Gruppe von selbsternannten Weltverbesserern so will, sondern weil sich die Gesellschaft, die Sachverhalte, die Technik, die Gesetze und die Menschen verändern und sich dementsprechend die Sprache mitentwickelt. Nur weil ihr einen Begriff umdefiniert, wird es nicht weniger naive, unterbewusst intolerante, diskriminierende, schwafelnde, aber nix zustande bringende Menschen geben. (Herkömmlich: Gutmensch) Wie soll man die dann nennen?
„Gutmenschen in der “herkömmlichen” Form finde ich auch nicht cool. Die Mehrheit derjenigen, die aber das Wort gebrauchen, meinen es als Beleidigung für alle, die etwas gegen Arschlöcher haben/das Gute wollen und etwas dafür tun/Antirassisten/Feministen etc.“
Es stimmt nicht, dass der Begriff hauptsächlich als Beleidigung für gute Menschen gebraucht wird. Sondern für eben diese Leute, die nur vermeintlich gut sein wollen. Also genau die, mit denen ihr euch nicht identifizieren wollt. Also wieso liegt euch soviel an einem Begriff der genau das Gegenteil von dem bezeichnet, was ihr darstellen wollt.
„Du kannst auch den deutschen Wikipediaeintrag von Juden von 1944, den von Homosexuellen 1968, den von sonstwelchen sonstwann nachschlagen. Begriffsbedeutungen unterliegen einem Wandel.“
Das sind die schlechtesten Beispiele, die du für Begriffswandlungen heranziehen konntest. Denn Juden waren vor Tausend Jahren schon Mitglieder einer bestimmten Religion, waren es 1944 immer noch und sind es auch heute. Ebenso wie Homosexuelle früher Menschen mit gleichgeschlechtlicher Sexualität waren und es heute immer noch sind. Das sind klar definierte Begriffe, deren Bedeutung sich nicht verändert hat. Alles was sich geändert hat, ist die Rolle und die Zuschreibungen dieser Gruppen in und von der Gesellschaft. So wie ihr den Gutmensch-Begriff wandeln wollt, bezeichnet er doch eine ganz andere Gruppe von Menschen. Von fehlgeleiteten Trotteln (um den Gutmenschbegriff mal salopp zusammenzufassen) zu es ernst meinenden guten Menschen.
„Dass sich dabei Dinge widersprechen, ist nicht schlimm. Überall widersprechen sich Sachverhalte.“ Um Widersprüche kommt man oft nicht herum, das stimmt. Was nicht stimmt, ist das es nicht schlimm ist. Wenn die Erkenntnis von Widersprüchen schon besteht, sollte doch der Wille zur Überwindung vorhanden sein. Aber das ist er ja. („Vielleicht hast du ja einen konstruktiven Vorschlag, wie das ginge.“)
„Der Grundwiderspruch der Selbsterhebung in Urteilen über Handlungen anderer Menschen mit der Forderung von völliger Gleichheit ist von mir noch nicht wirklich gelöst. Unsere Gutmenschlichkeit versteht sich eindeutig als aktiv.“
Hört auf Menschen, die kategorisieren zu kategorisieren und ihnen eine Existenzberechtigung („Entdeppung der Welt“) abzusprechen und siehe da kein Widerspruch mehr.
“Mit dem Hinweis auf unsere Subjektivität wollen wir z. B. vermeiden, dass unsere Sicht als völlig objektiv wahrgenommen wird. Objektivität in politischen, künstlerischen und vielen anderen Aspekten ist eine rechthaberische Konstruktion, deren Jagd wir gern anderen überlassen wollen. Wo ist dabei das Problem?”
Subjektivität ist insoweit problematisch, wenn Anspruch auf die Beurteilung anderer erhoben wird. Auch wenn Objektivität vom Menschen nicht hundertprozentig umsetzbar ist, ist sie ein erstrebenswertes Ziel. Gerechtigkeit beispielsweise ist auch nicht komplett umsetzbar, aber deswegen ist es nicht sonderlich korrekt zu sagen: „Wir versuchen erst gar nicht gerecht zu, wie die ganzen Heuchler, die es versuchen, aber eh nicht schaffen.“ Wenn auch nicht in Vollendung erreichbar, sollte Gerechtigkeit doch ein Ziel sein, das angestrebt wird. Genauso wie die Objektivität, denn ohne versuchte Objektivität ist auch keine Gerechtigkeit möglich. Dass „seriöse“ Zeitungen es nicht schaffen objektiv zu sein, liegt nicht (immer) an ihrer verlogenen Art, sondern in der Natur der Problematik. („Im Gegensatz zu den meisten “seriösen” Medien bekennen wir uns nur zur Meinungsmache und tun nicht scheinheilig, als würden wir nur die Fakten völlig objektiv präsentieren.“)
“Wir gehen ja dennoch argumentativ vor und wer andere Argumente hat, darf uns diese mitteilen.”
Wäre lobenswert, wenn ihr dadurch Objektivität als Ziel hättet. Aber man muss doch davon ausgehen, dass eure Argumente rein subjektiver Natur sein werden, da ihr euch anmaßt andere in „gut“ und „schlecht“ unterteilen zu können. D.h. ihr seid gut, was eurer Meinung entspricht ist gut und alles andere ist schlecht. Das ist totalitär. Versuchte Objektivität ist eine Errungenschaft der Zivilisation. Es bedeutet Dinge von mehreren Seiten oder unterschiedlichen Perspektiven betrachten zu wollen/ zu können. Die Menschenrechte beruhen auf versuchter Objektivität. Subjektivität ohne Selbstreflexion ist selbstherrlich und diskriminierend. Daran nichts Schlimmes zu finden, ist naiv. (Entspricht also dem herkömmlichen Gutmenschen)
“Dass eine Redaktion über die Veröffentlichung von Inhalten entscheidet, ist übrigens historisch gesehen nicht unbedingt die Spezialität vom Stürmer. Schlag mal nach unter “Redigieren”.”
Dass eine Redaktion Beiträge nach bestimmten Merkmalen auswählt ist klar. Die meisten wählen nach Zielgruppe, Niveau oder auch ideologischer/politischer Richtung. Wenn beispielsweise ein christliches Blatt keinen Artikel veröffentlicht, der den christlichen Werten widerspricht, ist das legitim, da sich dies nach festgelegten (mehr oder weniger) nachvollziehbaren Prinzipien richtet. Wenn ihr eure Beiträge nach undefinierten Prinzipien, nach der oberflächlichen Einteilung von gut und schlecht auswählt, die sich nach eurer persönlichen Meinung richtet, nennt sich das Willkür. Und das widerspricht allen vernunftsorientierten Werten, was wiederum jegliche Diskussionsbasis entbehrt.
„Und was die Arroganz angeht: Ja. Auf Grund der allgemein in rauen Mengen vorhandenen Dummheit muss man bisweilen arrogant sein, um sich selbst zu schützen. Diese Arroganz tritt aber nicht präventiv auf, sondern nur im Kampf.“
Arroganz ist hier wohl kaum Mittel des Selbstschutzes, sondern Grundstein des ganzen „Konzeptes“. Ihr haltet euch für was Besseres als die ganzen „Arschlöcher“ und fühlt euch dadurch berechtigt die Position einzunehmen, in Arschloch und Nicht-Arschloch zu unterteilen. Die Kategorien „gut“ und „schlecht“ sind ersetzbar durch Gutmensch und Arschloch, durch weiß und schwarz, durch Arier und Jude, durch Bourgeoisie und Proletariat, durch Proletariat und Bourgeoisie, durch Genosse und Klassenfeind, durch Gläubiger und Ketzer, durch Israeli und Palästinenser, durch Palästinenser und Israeli, durch Mann und Frau. Und jeder der urteilt wähnt sich im Recht und nimmt sich das Recht das subjektiv Schlechte zu bekämpfen. Die Arroganz zu glauben die Wahrheit über Gut und Schlecht gefunden zu haben, ist der Ursprung jeder Ungerechtigkeit auf der Welt.
DAS ist das Problem!
@ Sebastian: Der Versuch, in Bezug auf die Gutmenschlichkeit möglichst objektiv zu sein, ist natürlich schon verständlich. Und auch vorhanden, keine Angst. Ich will nicht wissenschaftlich trocken schreiben, weil mich das extrem langweilt und das führt wohl dazu, dass manches mit etwas gutem (oder eher schlechtem
) Willen auch missverstanden werden kann. Wie auch geschrieben, ist die Theorie noch nicht ganz ausgereift.
Deine Kritik trifft exakt das Problem, das ich in dem von dir zitierten Satz auch angesprochen habe. Und das ich noch nicht lösen konnte.
Siehe Konzept: “Also Menschen, die, wenn es denn mehr davon gäbe, die Menschheit retten könnten. Das wiederum hört sich furchtbar elitär an, die Wut auf den Zustand der Welt und das Mitleid mit den Verdummten dieser Erde ziehen nicht an einem Strang, sondern widersprechen sich hier noch.”
Wie ich mit der Dummheit umgehe, ist aber schon ein wenig meine Sache. Und es ist meine subjektive Erfahrung, die zu meiner Weltanschauung geführt hat. Es wäre natürlich perfekter, könnte ich auf all das, was mir so widerfährt, viel sanfter reagieren, immer frei von Zorn, immer und ständig gerecht, übermenschlich bis zum Gonomore etc.
Das kann ich nicht, macht aber aus gutmenschlicher Sicht erst mal noch nicht alles kaputt. Menschliche Perfektion ist kein Ziel, das ich erreichen werde, ein fehlerfreies Leben ist auch langweilig. Ist aber ok, der Gutmensch in mir ist tolerant, auch mir selbst gegenüber.
Und deine Behauptung, es sei keine Beleidigung, ein guter Mensch genannt zu werden, wird nicht belegt. Wir werden kaum zu einer Einigung kommen, aber als Beispiel sei Böll genannt (”Noch zu Lebzeiten hat man Heinrich Böll laufend beerdigt: der gute Mensch von Köln, das schlechte Gewissen der Nation…” http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hoerspiel/661416/).
Oder Henryk M. Broder, dessen Hauptjob darin besteht, voll scharfzüngig zu sein, dabei Rassisten wie Sarrazin zu applaudieren und ständig das Feindbild “Gutmensch” herumzutragen.
Ist auch ok, wenn du anderer Meinung bist. Meine Erfahrung ist es, dass man sich extremem Spott aussetzt, wenn man unironisch Gutes explizit als Ziel ansetzt und ohne religiöse und all die istischen Quarkbatzen anpeilt. Sieht man ja schon an deiner Reaktion. Mir ist schon sehr bewusst, dass die schlimmsten Gräuel der Menschheit von Menschen verbrochen wurden, die sich einfach extrem im Recht sahen und alles andere nicht mehr akzeptierten. Dass das in meinem Fall gar nicht unbedingt so sehr ist, habe ich offenbar nicht deutlich genug gemacht. Oder du willst mich auch missverstehen. Ist auch blöd, ein Konzept zu schreiben, dessen Kernaussage in “Äh?” kulminiert.
Was genau eigentlich gut ist, darum soll es ja hier dann gehen. Dass du es anders verstanden hast als ich es meine, kann durchaus an mir liegen. Die Mehrheit der Reaktionen zeigt mir aber, dass andere das Konzept nicht missverstehen.
Und kann auch sein, dass du keine dauerironischen Arschlöcher, von sich selbst völlig eingenommene Wichtigtuer und arrogante “Kultur”schaffende (schwarze Klamotten!) kennst. Schön für dich (unironisch!), du bist eindeutig in der Minderheitenposition (vgl. z. B. den Podcast von Malte mit Malakoff Kowalski: http://tiny.cc/XcKrH ).
Du solltest aber vielleicht auch nicht aus der Position argumentieren, selbst zu wissen, wie die Welt wirklich aussieht. Und zum Beispiel die Kategorien “Trash vs. Ernsthaftigkeit” aufmachen. Und wenn du uns Arroganz vorwirfst, solltest du dann nicht auch frei davon sein? Lies dir nochmal deinen ersten Kommentar durch. Ich bin für konstruktive Kommentare dankbar, dafür soll ja FICKO eine Plattform sein und wie schon mehrfach geschrieben, ist die Theorie eben noch nicht fertig.
Aber der Ton ist mir auch wichtig. Ein richtiges Argument wird durch herablassendes Vortragen nicht besser. Im Gegensatz zu dir behaupte ich nicht, den “Ursprung jeder Ungerechtigkeit auf der Welt” zu kennen. Du lehnst dich sehr weit aus dem Fenster.
Genauso legitim, wie deine Kritik und Urteile sind, sind auch meine.
Damit die Diskussion konstruktiver wird und auch andere etwas davon haben, können wir aber meinetwegen gern das Bekabbeln lassen. Ich würde dafür gern etwas von dir wissen:
1. Was ist deiner Meinung nach gut?
2. Welche Welt hättest du denn gern?
3. Wie kann man Arschlöcher daran hindern, Arschlöcher zu sein, ohne selbst eines zu werden?
vielleicht sollte man statt gutdünkener gutmenschlichkleit lieber dadaist sein, und sich bei neon.de einloggen!
“Und wenn du uns Arroganz vorwirfst, solltest du dann nicht auch frei davon sein? Lies dir nochmal deinen ersten Kommentar durch.”
“Im Gegensatz zu dir behaupte ich nicht, den “Ursprung jeder Ungerechtigkeit auf der Welt” zu kennen. Du lehnst dich sehr weit aus dem Fenster.”
der widerspruch des widerspruchs der widersprüche des widerspruchs…
es scheint sich mir zu einem ontologischen problem des ficko magazins auszuweiten und daseinsberechtigung abzusprechen.
ausser als virtuelle klolektüre vielleicht!
test .. Das Kommentieren funktioniert nicht.
Ich kann keinen langen Kommentar posten. Schade.
Kann es sein, dass du tiny-urls eingefügt hast? Deswegen ging das Kommentieren bei mir kürzlich nicht, ich musste nachträglich einfügen. Unsere Techniker arbeiten Tag und Nacht an dem Problem, aber probier es mal mit der Original-url, tiny wird wohl noch wg. Spamschutz gesperrt. Oder lass alle urls weg und schick an form at fifaform Punkt de die urls plus wo sie sie hinsollen, per Editierung gehts komischerweise.
Ja, sorry, hier handelt es sich definitiv um ein technisches Problem, es wird niemand geblockt. Wir sind ja noch Beta, der Spamschutz ist höchstwahrscheinlich der Schuldige. Falls es ohne tinyurls immernoch nicht klappt sag bescheid.
das is gut!
…nächster Versuch.
Hallo Form!
„Wie ich mit der Dummheit umgehe, ist aber schon ein wenig meine Sache. Und es ist meine subjektive Erfahrung, die zu meiner Weltanschauung geführt hat. Es wäre natürlich perfekter, könnte ich auf all das, was mir so widerfährt, viel sanfter reagieren, immer frei von Zorn, immer und ständig gerecht, übermenschlich bis zum Gonomore etc.“
Geht es hier um deine Persönlichkeit oder um eine ernstzunehmende Internetplattform?
Niemand hat verlangt, dass du auf eine bestimmte Art auf Erfahrungen reagieren oder perfekt sein sollst. Ich finde gerade eine Internetplattform gut geeignet, seinem Ärger Luft zu machen und eventuell noch Bestätigung oder konträre Rückmeldung von anderen zu erhalten. Aber das geht nur, wenn du dich konkret ausdrückst. Wenn du sagst: Männer, die (Beispiel) ihre Frauen schlagen sind Arschlöcher. Dann ist das eine diskutierbare Aussage. Du stellst aber ganz allgemein die Gruppen Gutmensch und Arschloch in den Raum, die willkürlich gefüllt werden können. Dabei gerät man schnell in Widersprüche und an eine Grenze. Denn es gibt nicht nur schwarz und weiß, sondern auch eine große Grauzone. Wie in Maltes (http://www.malte-welding.com/category/podcast/) Beispiel über Produkte aus China. Oder ein anderes Beispiel: In Deutschland gilt Religionsfreiheit, gleichzeitig haben wir aber auch ein Tierschutzgesetz. Im Judentum darf Fleisch nur gegessen werden, wenn das Tier geschächtet wurde. Schächten gilt aber als Tierquälerei. Hier kollidieren Rechte von zwei Gruppen. Wer ist hierbei das Arschloch? Der Jude, der seinen Glauben ausleben will? Oder der
Tierschützer, der sich für die Rechte von Tieren einsetzt?
Ein weiteres Beispiel: Abtreibung ist in Deutschland nicht erlaubt, sondern nur geduldet. Es gibt Gruppen die sich für ein Verbot aussprechen und Gruppen, die es als Frauenrecht einfordern. Wer ist hier das Arschloch? Die Leute, die ungeborene Lebewesen vor dem Tod bewahren wollen, oder die Frauen, die ein Recht auf Selbstbestimmung und Wahlfreiheit einfordern. Es gibt Leute, die würden die eine Gruppe als schlecht bezeichnen und es gibt Leute, die würden die andere verurteilen.
„3. Wie kann man Arschlöcher daran hindern, Arschlöcher zu sein, ohne selbst eines zu werden?“ Wie du ja mittlerweile weißt, hab ich meine Probleme mit dem Wort. Also was soll ich dazu noch sagen. Ich denke, alles was man tun kann, ist zu versuchen die Anderen davon zu überzeugen ihre Meinung zu ändern. Das geht entweder mit Gewalt, sodass sie sich nicht mehr trauen anderer Meinung zu sein oder durch Argumentation. Wobei Beiträge, wie Filme, Kurzgeschichten, Fotos usw. ja auch eine gewisse Form von Argumentation darstellen.
Dann nutzt doch euer Konzept (wenn ihr unbedingt eins braucht), um Stellung zu beziehen und zu verdeutlichen unter welchen Leitlinien eure Plattform Beiträge auswählt. Zum Beispiel: „Ficko ist ein christlicher Verein zur Unterstützung der Nächstenliebe.“ Oder für/ gegen Feminismus, Kommunismus, oder Vegetarismus oder was ihr im Sinn habt. Ich weiß, du magst keine Ismen, also wie wäre es dann mit Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zivilcourage
oder der Pflege der demokratischen Werte (ist nicht ironisch gemeint). Aber das funktioniert nicht mit Worthülsen wie Arschloch und leeren Adjektiven wie gut oder schlecht. Denn diese Begriffe sind immer nur in Relation zu sehen.
„1. Was ist deiner Meinung nach gut?“
Zeig mir ein Foto und ich sage dir, ob ich es gut finde oder nicht, gib mir was zu essen und ich tue es auch. Beschreib mir eine Situation und sage dir, was ich davon halte. Nenn mir eine politische Richtung, einen Politiker und ich sag dir, ob ich dafür bin oder nicht. „Gut“ ist kein Begriff, den man allgemeingültig definieren kann. „Gut“ lässt sich nicht mal über eine Kategorie hinaus anwenden. Du kannst nicht sagen: „Das neue Lied von Herbert Grönemeyer ist echt gut, aber nicht so gut wie „Herr der Ringe“, aber besser als Nazis.“ „Gut“ geht nur im
Zusammenhang von und meist sogar nur im Verhältnis von etwas.
Dass du und ich ein Recht auf unsere eigene Meinung haben, steht außer Frage, gleichzeitig beruht es aber darauf, dass auch Arschlöcher ein Recht auf ihre eigene Meinung haben. Das ist das Prinzip der Meinungsfreiheit. Wird Sie einer Gruppe abgesprochen, ist das, wie gesagt, totalitär.
Dass dein Anliegen „unironisch Gutes explizit als Ziel ansetzt und ohne religiöse und all die istischen Quarkbatzen anpeilt“ häufig auf Spott getroffen ist, kann ich mir gut vorstellen. Aber ich glaube, das liegt nicht daran, dass die Gesellschaft nur noch aus Zynikern besteht, sondern möglicherweise daran, dass „Gutes“ ohne Zusammenhang eben nicht existiert. Wenn ich mir vorstelle was für Erfahrungen du gemacht hast, kommt mir ein solches Gespräch in den Sinn:
Ficko: Ich möchte Gutes tun.
Anderer: Ja was denn?
Ficko: Ja, Gutes eben.
Anderer: Aha, und was genau meinst du jetzt mit Gutes?
Ficko: Ja alles was halt gut ist, und nicht so ein Arschloch sein.
Anderer: (Augenrollend) Jaja! (und tätschelt Ficko den Kopf)
Ich glaube, das Gespräch würde anders verlaufen, wenn Ficko sagt:
Ficko: Ich möchte Gutes tun.
Anderer: Ja was denn?
Ficko: Ich möchte was dafür tun, dass (Beispiel) weniger Jugendliche in die Rechte Szene rutschen.
Anderer: (wahrscheinlich) Ja, gute Idee. Wie willst du das anstellen? (nicht ironisch)
…
Damit will ich sagen, hätte eure Idee vom „Guten“ einen konkreteren Rahmen, könnte ich mir vorstellen, dass die Leute positiver darauf reagieren. Aber um Spott oder Gegenpositionen kommt man nicht herum. Wer öffentlich Stellung bezieht wird immer auch kritisiert werden. Ob man nun Heinrich Böll ist, oder „Germany’s next Topmodel“.
„Im Gegensatz zu dir behaupte ich nicht, den “Ursprung jeder Ungerechtigkeit auf der Welt” zu kennen.“ Im Grunde schon, nur dass du den nicht mehr genauer definierten „Arschlöchern“, die Schuld daran gibst, die man bekämpfen sollte, wodurch die Welt gerettet werden würde. Das ist im Grunde das Gleiche, nur dass in deiner Version, jeder das
Arschloch sein könnte, während es in meiner Version all diejenigen sind, die sich für den besseren Teil der Menschheit halten und sich das Recht herausnehmen, über das Leben anderer zu entscheiden.
„2. Welche Welt hättest du denn gern?“
Also wenn du darauf in der Kürze unbedingt eine Antwort willst, dann eine, in der zwischenmenschliche Konflikte mehr durch Rationalität, als durch Gewalt und Geld ausgetragen werden. Aber darauf lass ich mich nicht festnageln.
…und es klappt!
Ich bin gerade sehr beschäftigt, habs aber wahrgenommen und antworte die Tage auch mal. Wir sind uns aber wohl einiger als du dachtest.
Immer noch beschäftigt?
Ja, schon. Aber ich schreibe an einem zweiten Text zur Gutmenschlichkeit.
Kurz zu deinen Kritikpunkten:
1. Die Unterscheidung zwischen “meiner Persönlichkeit” und einer “ernstzunehmenden Internetplattform” halte ich für unnütz, spaßfeindlich, verkniffen und kontraproduktiv. Es macht meine Argumentation nachvollziehbarer, wenn ich ein bisschen von mir erzähle. Wenn du das nicht so siehst, ist es auch ok.
2. Dein Vorwurf der Schwammigkeit der Begriffe ist schon etwas sehr kleinkariert. Es wird explizit gesagt, dass wir uns gegen Rassismus, Homophobie, Sexismus, Vorurteile und überhaupt schnelle Pauschalurteile, sowie für “Menschen mit Vorstellungen von einer besseren Welt, die diese auch nach Möglichkeit verwirklichen, die meinungsfreudig sind, tolerant ohne beliebig zu werden, ernsthaft ohne verbissen zu sein, humorvoll, aber nicht auf Kosten Unschuldiger” einsetzen. Da wir die naturgegeben subjektive Schwammigkeit in Bezug auf “gut und schlecht” natürlich irgendwie eindämmen müssen, müssen wir urteilen. Hier kommst du ins Spiel mit deinem Vorwurf, wir seien der Stürmer, weil wir eben das machen wollen.
3. Wir grenzen uns natürlich von denen ab, die neben so ziemlich allen möglichen Gruppen Gutmenschen genannt werden. Nachzulesen z. B. in diesem Absatz des Konzepts: “Denn viele derjenigen, die fälschlicherweise Gutmenschen genannt werden, sind oft dermaßen verklemmt und verkrampft, dass eine bessere Welt durch ihre Existenz sicher nicht wahrscheinlicher wird. Man kann auch korrekt sein, ohne deswegen ständig schlechte Laune zu haben. Man ist nicht Gutmensch aus Angst, schlechtem Gewissen und zubetoniertem Verdauungstrakt. Sondern weil es mehr Spaß macht, dabei niemandem schadet, der es nicht verdient hat und obendrein der einzige Weg aus der Misere ist. Wir glauben an ein Leben vor dem Tod und sind der Auffassung, dass das manch anderen Menschen auch ganz guttun würde. Die Welt zu retten muss Spaß machen.”
4. Wo um Himmels Willen steht denn, dass wir einfache Urteile über die Welt abgeben wollen? Du greifst hier ein Bild an, das du dir fälschlicherweise von uns gemacht hast. Ich kann nachvollziehen, wenn man einzelne Sätze aus dem Zusammenhang gerissen missversteht. Aber dein Beispiel mit dem Schächten ist irgendwie fehl am Platz, da ich nie irgendetwas in der Richtung behauptet habe.
5. In Bezug auf das Gute und die Urteile darüber sind wir wohl einfach unterschiedlicher Meinung. Man kann nämlich sehr wohl ziemlich allgemeingültige Maßstäbe finden. Die Abschaffung der Todesstrafe basiert beispielsweise auf der Erkenntnis, dass es gar nicht so cool ist, Menschen zu töten, ganz allgemein! Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Haager Kriegsordnung, das Völkerrecht, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte usw. gehen genau darauf ein. Auch wenn es in weiten Teilen der Welt nicht so aussieht, können sich doch bestimmt 80% der Menschheit auf einige Wahrheiten einigen: Frieden ist besser als Krieg. Geldgier ist nicht gut, Rücksichtslosigkeit ist nicht gut. Dass die Erkenntnis allein noch nicht zu ihrer Durchsetzung führt, ist offensichtlich. Daran wollen wir ja was ändern.
Willst du jedes Mal im Einzelfall entscheiden, ob man Verdächtige foltern darf oder willst du das generell ächten? Willst du erst mal im Einzelfall schauen, ob man Phosphorbomben/Napalm/abgereichertes Uran auf Zivilisten werfen darf, ob man Frauen zur Kriegsführung systematisch vergewaltigen darf, ob man Kinder als Kanonenfutter auf Minenfelder schicken soll? Ob man Homosexuelle steinigen darf, ob Juden, Muslime, Frauen, Bisexuelle, Jeziden, Kurden, CDU/MLPD/DieLinke/SPD-Wähler auch Menschen sind oder doch irgendwie einer gesonderten Behandlung bedürfen (z. B. der Frage, ob sie einen Terroranschlag planen, sollten sie die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen)?
Willst du den Einzelfall der Waffenproduktion in Deutschland erst einmal ganz konkret Maschinengewehr für Maschinengewehr, Handgranate für Handgranate, Sturmgewehr, Panzer, Minen, Giftgas etc. gutheißen und dann im Einzelfall entscheiden? Dass Siemens Milliarden macht mit dem iranischen Regime? All das ist erst mal ok? Ich denke nicht und ich denke obendrein, dass dieses Rumgejaule, man könne doch nicht wirklich wissen, wie die Welt aussieht und man könne doch überhaupt nichts beurteilen, weil das ja alles immer so kompliziert sei und man könne ja auch nichts ändern erst dazu führt, dass die Welt ist, wie sie ist. NATÜRLICH heißt das nicht, dass man ständig pauschal urteilen soll, aber man kann allgemeine Aussagen treffen.
6. Auch du wirst doch wohl eine Vorstellung von der Bedeutung des Begriffs “Arschloch” haben. Damit bist du nicht allein. Auch anderen schwebt da etwas vor, deshalb ist der Begriff auch so passend. Die meisten Menschen wollen kein Arschloch sein, dem wirst du ja noch zustimmen. Was er eigentlich bedeutet wird dann hier ausdiskutiert. Was würdest du denn stattdessen vorschlagen?
7. “Die Leute” (schwammig! Quelle?
) reagieren sehr positiv, mach dir da mal keine Sorgen. Du bist herzlich eingeladen, dir bei der nächsten öffentlichen Sitzung im Dezember ein Bild davon zu machen.
8. ” ´2. Welche Welt hättest du denn gern?`
Also wenn du darauf in der Kürze unbedingt eine Antwort willst, dann eine, in der zwischenmenschliche Konflikte mehr durch Rationalität, als durch Gewalt und Geld ausgetragen werden. Aber darauf lass ich mich nicht festnageln.”
Genau das ist das Problem. Die Welt schaut zu, weil ja alles so kompliziert ist. 300 Afrikaner lieber im Mittelmeer ertrinken (http://www.sueddeutsche.de/panorama/898/463506/text/ ) oder in Griechenland misshandeln lassen (http://www.tagesschau.de/ausland/eufluechtlingspolitik2.html )/ in Folterlager in Libyen internieren, deren Aufseher von deutschen Polizisten ausgebildet wurden (http://www.tagesschau.de/inland/libyen18.html) ? Ach, man weiß es ja auch nicht. Das ist ja heutzutage alles so kompliziert.
“Bauchlinks” – und schon was gelernt. Stopler aber darüber: Mein Bauch ist (und da kann man sich, und ich mich, drehen und winden so viel man will) in der Mitte. Sowohl in der Horizontalen als auch in Vertikalen. “Bauchlinks” ist also “unwuchtig”.
Ansonsten, schöne Idee hier, dem Begriff “Gutmensch” eine weniger zynische Bedeutung zu verleihen – dem Guten schlechthin.
Es wäre eine wünschenswerte Welt, in der das Gute ohne Ironie genannt werden kann. Da ist noch jende Menge Arbeit zu leisten.