Veröffentlicht von form am14. Apr 2011
Austreten, jetzt!
Liebe Mitmenschen!
Schon länger gibt es für mich eigentlich keinen Grund mehr, in der Kirche zu sein. Weder bin ich gläubig, noch bin ich mit der Politik dieses Vereins zufrieden, um sie mit meinem Geld oder sonstwie ideell unterstützen zu können.
Wir hatten bei FICKO ja schon im letzten Jahr Kirchenwochen mit mehreren Artikeln, schaffen es aber nun erst nach einer Schaffenspause, das mal wieder anzugehen. Schon vor einem Jahr gab es im Verbund mit anderen NichtFICKO-Menschen die Idee, doch einfach kollektiv auszutreten. Weil man es aber aus Faulheit oder fehlendem Anlass noch nicht geschafft hat, gibt es nun einen offiziellen Termin und wie sich das für eine zünftige Revolution gehört, eine Facebook-Seite.
Am nächsten Donnerstag, am Gründonnerstag, den 21. 4. 2011 werden wir uns um 10 Uhr auf der Verkehrsinsel am Hbf-Ende der Kaiserstraße treffen um im dortigen Ordnungsamt unsere Rückkehr in die Freiheit amtlich zu besiegeln. Die Presse wird auch geladen, wir machen eine schöne Feier und dann dürft ihr endlich wieder masturbieren!
Denn dafür, dass in vielen Debatten immer getönt wird, wie doch das Grundgesetz uns eine schöne Trennung von Kirche und Staat garantiert, bekommt die Kirche immer noch ganz schön viel Geld und Einfluss. Was das mit dem Reichskonkordat Hitlers mit dem Papst, mit Mussolini und anderen Freunden der Menschenheit unter dem allmächtigen Gott zu tun hat, darüber wird jetzt nicht gleich hier diskutiert. Vorerst soll es darum gehen, Leute zu informieren, die sowieso längst raus wollten.
Ja, die sozialen Programme. Die Hamas hat auch soziale Programme, aus denselben Gründen. Wer homophobe, scheinheilige Kinderprügler, Vergewaltiger, Sklavenhalter, schwarze Konten, Geldwäsche, Antisemiten, Mörder, Mörder, Mörder, Mörder, Mörder, Menschen mit ganz schön kruder Weltsicht, Sex mit 12jährigen, Frauenverachtung und solcherlei nicht so geil findet, hat vielleicht wie wir ein paar Gründe, nicht mehr dabei sein zu wollen.
Dem aber nicht genug, der Staat zahlt in der Regel auch noch den Großteil der Gehälter all der feinen Herren. Frauen dürfen ja in der Regel nix werden. Nicht nur, dass sie Kirchensteuer nehmen, obendrein gibts noch mal ein paar Hundert Millionen, 440 um fast genau zu sein.
Das hat jetzt, wie ihr merkt, alles nicht so viel mit dem Glauben an sich zu tun. Ist kein Wunder, das ist bei der Kirche auf den oberen Ebenen nämlich genauso. Wir bei FICKO sind, zumindest in der Redaktion, ziemlich ungläubig, daher vermögen wir es auch noch zu staunen. Aber wer glauben möchte und davon profitiert, soll das gern tun, solange daraus keine Zwangsstörungen erwachsen. Ich habe viele gläubige Freunde, eine meiner besten Freundinnen studiert gar katholische Theologie. Ich verstehe das zwar nicht so ganz, aber sie ist ein sehr toller Mensch, also mische ich mich da nicht ein. Zumal sie mir auch keine Sexualbelehrungen macht, meine homosexuellen Freunde genauso akzeptiert, wie sich das für anständige Menschen gehört und insgesamt eine äußerst angenehme Zeitgenossin ist.
Weil ich mir gerade auf der facebook-Seite dennoch einige Beleidigungen anhören musste (”Du hast einen Knall!”, “Sag mal spinnst du?”), will ich mich auch hier nochmal dazu äußern: Religion ist als Privatsache völlig in Ordnung, solange das die Leute individuell mit sich ausmachen. De facto sind aber weder Kirchenglocken, Tanzverbote, kirchliche Einmischung in Hochschulpolitik, in Frauenkörper, in Rundfunkräte und und und, noch Milliarden an Steuergeldern, gesetzlichen Bevorzugungen, riesige Anhäufungen von Grund und Boden unpolitisch. Sie sind genau das, was das Grundgesetz eigentlich nicht vorsieht: Eine Einmischung der Kirche in staatliche und damit die Allgemeinheit betreffende Angelegenheiten. Es kommt nicht von ungefähr, dass Gottesstaaten nicht gerade menschenfreundlich sind, sondern die schlimmsten Auswüchse der menschlichen Rasse zutage treten ließen, wann immer es den Heiden nicht glückte, die Religiösen in den Griff zu kriegen. Wobei das fast eine Verunglimpfung der Religion darstellt, aber nun ja, ihr Gläubigen habt zu lange akzeptiert, was in eurem Namen alles verbrochen wurde, ein bisschen Spott müsst ihr aushalten können. Das ist immer noch überhaupt gar nichts im Vergleich dazu, was den Feinden der Kirche angetan wurde. Und natürlich schützt Heidentum nicht vor Grausamkeit. Nur Gutmenschlichkeit führt zur Gutmenschlichkeit. Aber wer, wie in den zehn Geboten, die Frau des Nachbarn zu dessen Besitz macht oder die Ungläubigen mit dem Feuer straft und die Unreinheit der Frau beklagt, kann sich nun mal auch auf die Bibel berufen. Da ist für jeden was dabei.
Ich habe auch einiges gemein mit dem, was manch ein Gutmensch unter Jesu´ Botschaft versteht. Mir ist auch bewusst, dass der erste deutsche Zivildienstleistende hehre christliche Werte zur Begründung anführte. Nur kann mir keiner erzählen, dass er mit dieser Haltung irgendwas geworden wäre in der Kirche. Bonnhoeffer wurde im KZ hingerichtet, der Nuntius nicht.
Vielen Dank an die Giordano-Bruno-Stiftung, kirchensumpf.to und all die anderen HelferInnen!
Momentan nicht sichtbar, aber: Das Bild wurde am Münsteraner Münster aufgenommen. Es zeigt, wie unwissend die Juden sind und wie sehr man ihnen doch in ihrer Verwirrung helfen muss. Am Dom hängen immer noch die Käfige, in denen man die Leichen der Wiedertäufer nach deren Ermordung gesteckt hatte.





Man sollte auch über das Verbot von SCHENKFESTEN für Religionen nachdenken. Das ist ja im Prinzip das identische wie STIMMENKAUF. (mal ganz abgesehen davon, daß der Spaß beim ertsen Jahr Kirchensteurzahlen bereits die Bilanz ins negative drückt).
Religiöse Feiertage heissen jetzt einfach Zusatzurlaub und können variable genommen werden.
“Wir bei FICKO sind, zumindest in der Redaktion, ziemlich ungläubig, daher vermögen wir es auch noch zu staunen.” Wirklich schade sowas von einem kreativen Magazin-Team zu hören, dass “für gute Sachen ist – und gegen schlechte”! Ich wünsche euch ein wenig mehr Offenheit für wirklich schöne Dinge wie den Glauben. Klar ist die Kirche nicht immer heilig. Kirche besteht eben aus Menschen und nicht aus Engeln. Ich habe auch lange gebraucht um die Schätze zu finden, die hinter den Fassaden der Tradition oft unterzugehen scheinen… Aber für mich hat sich die Schatzsuche gelohnt. Ich habe keine große, heiligere Kirche kennen gelernt – ich habe dort eine Handvoll Menschen kennen gelernt, die echt heilig leben. Normale Menschen dieser Zeit, die Jesus in iher Leben mit eingeziehen. Die echte Werte leben. Die wirklich glücklich sind… und ich habe Gott dort kennen gelernt und kann sagen: Wow!
Der Mensch ist für das Große, das Unendliche geschaffen.
Alles andere ist für ihn zu wenig. B XVI.
Beste Grüße
Katha
[...] Protestantismus ist ein super Stichwort! Wir haben im April mit FICKO ein schönes Massenaustreten [http://www.ficko-magazin.de/2011/04/freiheit/freiheit-lesen/austreten-jetzt/] aus der Kirche gemacht und ich gab Al-Jazeera ein Interview. Das war wirklich strange, ich hatte [...]
[...] auf der Aktionsseite des „Aktionsbündnis Kirchenaustritt“, Initiatoren hierfür sind das FICKO Magazin, die gbs Mainz/Rheinhessen e.V. sowie mehrere nicht organisatorisch gebundene [...]