Veröffentlicht von Micithin am4. Mai 2010
Verliebt, verlobt, verheiratet
An den Bund des Lebens
Verlost, Verlust, verheiratet,
das Los der Einsamkeit verlor`n,
gekonnt, gewusst, ereignet sich
die eigene Enteignungspflicht.
Verhofft, geküsst, entzwei spaltet,
was mühsam schweigt gesprochen wird.
Verbraucht, fügsam entwendet doch,
gesträubt, geflohn, verblendet noch,
im Fluss der Kosung ihm entglitt
die zarte Zuneigung,
entglitt verblüht im Sprachgemäuer
auch sonderbares Schönes.
Gehöhlt, verblasst in Häftlingsjahren
das Weiß verspürt in Kälte selbst
sich Sinne gegenüberstehen.
Verhöhnt, vermählt, entrungen,
ringend ohne Kampfeswut,
wo rund gegossnes Silber ganz einzig überlebt.
Erliegt beim öft`ren Zweisein
verbrühtes Herz dem Leichnam,
das nun verführt und gleichsam
in Hitze schmaler wird.
Verschaut, verwünscht, verwunschen,
sich selbst verdirbt im Blick aus Glas
zerbrechend vor sich flieht;
ergibt sich vor des andern
Skepsis auf Verfehlung, in Entstellung niederkniet.
Indem das Lachen einsetzt, verlächelt sich einst lieblich
zaubernd süßes Lächeln
zur ernsthaften Kontrolle
der Muskeln des Gesichts,
in hallendes Gelächter schon längst verwandelt ist,
sich Lachfalten verschließen, das Öffnende uns waren,
des Mundes Fältchen, Grübchen, aug-strahlende Bewegung
sonst Seen und Krater graben;
in uns die Welt dann schwimmt; der`n flüssige Gewässer
noch reicher, größer sind,
aus Zuckerwasser, Balsam,
in Milch getränktem Durst,
gelöstem Mehl, gelöstem Schleim;
in uns die Welt dann plantscht,
die schädlichen Substanzen von Trockenheit befrei`n
und sie gefangen nehmen, von Lächeln eingegraben -
die kränkelnd bittre Welt;
sich irgendwann erinnernd.
Erinnerung als Rausch, dem Sterben Tode naht,
der Ernst sich rückwärts richtet,
gestorben längst das Lächeln,
die Welt in uns verdunstet.




