Veröffentlicht von form am16. Dez 2009
Die Polizei in Dänemark
Bei den Protesten in Kopenhagen in den letzten Tagen wurden 1000 Menschen festgesetzt, die stundenlang gefesselt auf der Straße sitzen mussten, sich in die Hose machten, weil sie nicht auf die Toilette durften und geschlagen wurden. Das dänische Parlament hat extra für den Gipfel ein Gesetzespaket (”Lümmelpaket” sagt die Regierung dazu) erlassen, dass es der Polizei erlaubt, Menschen auf Grund eines Verdachts in Präventivhaft zu stecken. 40 Tage Haft für Sitzblockaden kann es auch geben.
Das Video zeigt, wie die dänische Polizei mit einer Demo in diesem Sommer umgeht, die sich gegen die Abschiebung von irakischen Flüchtlingen aus Dänemark richtet. Die Polizei hat damals das Kirchenasyl, das den Flüchtlingen geboten wurde, gebrochen, die Kirche gestürmt und die Flüchtlinge ausgewiesen. Der taz-Artikel hier. Dagegen richtet sich die Demo.
Man sieht, wie die Polizei auf Demonstranten einschlägt, die auf dem Boden sitzen. Wie die Polizei Pfefferspray versprüht und eigentlich insgesamt ziemlich ausrastet.
Mal ganz blöd gefragt: Wozu eigentlich? Wo ist genau der Sinn für die Menschheit, wenn Leute, die auf dem Boden sitzen, brutal mit dem Schlagstock bearbeitet werden?
Ganz sicher kann sowas nur passieren, weil sehr viele Leute nicht mal wissen, was sich leider zu viele Polizisten auf Demos erlauben. Dass es auch auf Demonstrantenseite oft genug Idioten gibt, ist ja überall nachzulesen, damit habe ich genauso ein Problem. Aber nach meiner Erfahrung ist es sehr sehr oft die Polizei, die sich nicht im Griff hat. Sofern sie nicht selbst in Zivil in der Demo dabei ist und versucht, die Situation anzuheizen, man lese hierzu diesen Text und wühle sich durch die Links.
Jetzt ist meiner Erfahrung nach die Polizei in Deutschland nicht ganz so brutal wie die Polizisten in dem Video, wer aber schon mal auf einer kleinen Demo ohne Kamerateams war, kann mit Sicherheit auch sein Liedchen davon singen, wie wenig so gewisse Grundrechte doch im konkreten Fall respektiert werden.
Ausführliches später mal, jetzt beginnt gleich die offene Sitzung.




