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Frei nach Rainald Goetz

Frei nach Rainald GoetzRomanywg

und so manch anderem Chronisten der popkulturellen Nachkriegszeit gehöre ich zu der Generation, deren Zugehörige zu jung sind um Hippie zu sein und zu jung um Punk zu sein. Natürlich macht man da mal so Phasen durch und bastelt sich Philosophien zusammen, aber wenn man Klamotten, Musik und Drogen mal wegnimmt, bleibt da nicht viel, wodurch ich mich von all den anderen Unangepassten in meinem Alter unterscheide. Wir reflektieren gerne darüber, woher wir kommen, haben keine Ahnung wohin wir wollen und eigentlich ist all das auch gar nicht so wichtig, solange wir uns darauf eine Antwort zusammen spinnen können, die interessant genug ist, um anderen bei Musik und Drogen davon erzählen zu können.

Dabei wollen wir eigentlich alle hoch hinaus, sei es in Politik, Kunst, Kultur oder Technik. Kein Ziel ist dabei zu hoch, zumindest theoretisch kein Weg zu Weit und die Welt verbessern wollen wir sowieso und wenn wir uns von unserem Geltungsbedürfnis nicht allzusehr ablenken lassen, kommt es durchaus vor, dass der ein oder andere von uns an der Diskrepanz zwischen seinen Selbstverwirklichungsphantasien und der einhergehenden Ziellosigkeit verzweifelt.

Was tun also, wenn alle individualistischen Ausdrucksformen schon ausgedacht und -gelebt, aller Hass schon hinausgeschrien, alle Stellungen schon ausprobiert und alle Meinungen schon verbreitet und verfochten wurden? Wohin gehen, wenn sich all die einst so großartigen Bewegungen allmählich in Nostalgie und Rausch verlieren und sich niemand mehr anschickt, ernsthaft in ihre Fußstapfen zu treten? Und lohnt sich das alles überhaupt in einer Zeit, in der man angeblich nie sicher weiss, ob man nicht bald den Rest seines Lebens mit Arbeitslosigkeit und geistiger Armut vertändelt? Macht es nicht ohnehin viel mehr Sinn, etwas solides zu lernen und sich eine Existenz auf harter und unangenehmer Arbeit aufzubauen um dann die irgendwann mal existierende Familie versorgen zu können?

Eine unangenehme Frage nach der anderen die mich und manch anderen stets auf den Irrwegen des Daseins im 21sten Jahrhundert begleitet und bis auf gelegentlich bei mir auftauchendem Optimismus, der darauf antwortet, dass das alles schon irgendwie werden wird, muss ich zugeben, dass ich diesen Fragen bisher ziemlich ratlos gegenüberstehe. Deshalb ist es mir auch entgegen meiner ursprünglichen Absicht nicht möglich, zum Schluss noch ein aufmunterndes Resümee anzuführen, in dem die Situation nicht mehr ganz so verfahren aussieht, aber da unsere Generation ja auf der anderen Seite auch mit feinen interaktiven Medien wie diesem hier gesegnet ist, gibt es ja vielleicht den ein oder anderen unter euch, der Licht in die Sache bringen kann.

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5 Responses to “Frei nach Rainald Goetz”
  1. Deine Antwort Deine Antwort sagt:

    “Macht es nicht ohnehin viel mehr Sinn, etwas solides zu lernen und sich eine Existenz auf harter und unangenehmer Arbeit aufzubauen um dann die irgendwann mal existierende Familie versorgen zu können?” ———–> Zerstöre die Familie.

    “Was tun also, wenn alle individualistischen Ausdrucksformen schon ausgedacht und -gelebt, aller Hass schon hinausgeschrien, alle Stellungen schon ausprobiert und alle Meinungen schon verbreitet und verfochten wurden?” ————-> Hör auf diese Ideen zu bedienen. Handele nach dem, was angemessen ist und von anderen erwartet wird. Warte. Du wirst irgendwann wissen, dass es, dieses das, etwas gibt, für das du dich aufopfern möchtest.

    “Wohin gehen, wenn sich all die einst so großartigen Bewegungen allmählich in Nostalgie und Rausch verlieren und sich niemand mehr anschickt, ernsthaft in ihre Fußstapfen zu treten?” ————–> Zu den Leuten, die damals gelebt haben und diese Bewegungen mitgetragen oder mitgelebt haben, und mit ihnen für länger als 2 Stunden reden. Keine Zeitungsartikel darüber mehr!

    “Und lohnt sich das alles überhaupt in einer Zeit, in der man angeblich nie sicher weiss, ob man nicht bald den Rest seines Lebens mit Arbeitslosigkeit und geistiger Armut vertändelt?”
    ————-> Nein, es lohnt sich nicht. Es lohnt sich zu arbeiten. Du bekommst dafür Lohn. Wenn du möchtest, dass es sich lohnt, dann geh arbeiten.

    “Dabei wollen wir eigentlich alle hoch hinaus, sei es in Politik, Kunst, Kultur oder Technik.”
    Hoch hinaus lässt sich nicht mal als statische Sache schreiben. Du kannst nicht mal hoch hinaus sein. Ich vermute mal was du meinst. Die meisten Leute brauchen 20 bis 30 Jahre, dann haben sie lange hoch hinaus gemacht und gearbeitet. In Zeiten kurzer Konzentrations- und Aufmerksamkeitsspannen ist das für manche nicht mehr verstehbar/vernehmbar, hoffe du gehörst nicht dazu. Jugend is vor allem schön, weil du nicht alterst, Musik und Drogen und Reden sind dann am besten.

  2. Pablo Pablo sagt:

    Abgesehen davon, dass das irgendwie leicht am Thema vorbei ist, war diese Speake schon vor 30 Jahren öde, oder?

    Der Gedanke, dass man in der Jugend nicht altert gefällt mir allerdings zugegebenermaßen sehr.

  3. Deine Antwort Deine Antwort sagt:

    siehst du, deswegen die spreche, deswegen die antworten. “um antwort wird gebeten…” und sowas bekommt man dann. is scheiße, nich? öde, öde, öde.

  4. form form sagt:

    Ich glaube, ihr seid nicht auf derselben Kommunikationsebene und redet etwas aneinander vorbei.

  5. Deine Antwort Deine Antwort sagt:

    @form: ich weiß jetz nich auf welcher kommunikationsebene pablo war oder ist… die kommunikationsebene im oberen kommentar war künstlich gehalten um zu zeigen, dass derjenige, der wohl willig wäre auf pablos fragen zu antworten, derjenige, der gerne auf pablos fragen antworten würde, so eine spreche verwenden würde und so reagieren würde. und das ist öde. die antwort ist öde. das wollte ich kommunizieren, denn die meisten antworten, die ich auf fragen, die pablos ähnlich sind, bekommen habe klingen so. jetzt kann ja nicht jeder so viele alt-linke und hippies kennen und die erfahrung wollte ich teilen.
    @pablo: nimm mir meine fake-ödness nicht übel!
    unabhängig von all dem lädt die vermittelte stimmung des textes mich zumindest ein, darüber nachzufühlen, ganz anders als im ersten kommentar, einfach kp-speake-stil formuliertes nicht-einfühlen! =D

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