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Herrenulk in der Philharmonie

So und in ähnlichen, furchtsam etwaige Kakophonie begeifernden Kommentaren erging sich die Fachpresse angesichts der ersten Konzerte des Globe Unity Orchestra im jahr 1967. In deutschen Konzerthäusern.

Oberkörperfrei, gebatikt, aber auch streng im Rolli, zumeist mit Vollbart, seltener mit Lederweste, erging sich da eine Vielzahl scheinbarer teutonischer, englischer und holländischer Wüstlinge in ungehörtem kollektiven Krachschlagen.

Ganz dem improvisatorischen Grundgedanken folgend wechselte der Personalstab, mal aus persönlichen, mal aus musikalischen, meist jedoch aus finanziellen Gründen häufig. Genauso pendelte die Musik unablässig zwischen lose strukturierten, graphisch notierten “Fahrplan”-Partituren und freier Kollektivimprovisation.

Was da 1970 bei den Berliner Jazztagen Obskures dieser Sorte vor sich ging, ist dankbarerweise filmisch dokumentiert und erst kürzlich im Internet aufgetaucht.

Heute, man hat das vierzigjährige Jubiläum aus dem Handgelenk geschüttelt und sich teils gewaltsam aneinander gerieben (so Peter Brötzmann und Peter Kowald vor ihrem Ausstieg in den Achtzigern), scheint der Platz im Konzerthaus für Kritiker und Musiker selbst akzeptabel zu sein.

Die Mitglieder Peter Kowald (gest. 2002) und Paul Rutherford (gest. 2007) durften eine dermaßene Akzeptanz der in Form und Inhalt einzigartigen “Bigband” des europäischen Free Jazz leider nicht mehr miterleben.

Da FICKO-Leser aber natürlich genauso legitimierte Kritiker sind, sei es natürlich zur Diskussion gestellt, ob das irgendwas vom Herrenulk eingebüßt hat!

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